Das ist eine schwierige Frage … oder etwa doch nicht?
Aus meiner Sicht und Erfahrung ist Übertourismus durchaus vermeidbar und entsteht – fast immer – oft durch eine zu frühe Begeisterung für ein Reiseziel zusammen mit der ‘Habgier’ des Reiseziels.
In diesem Geschäft muss man SEHR konsequent sein! Es geht darum, die richtigen Zielgruppen anzusprechen und die weniger passenden Zielgruppen zu entmutigen. Es ist ein herausforderndes Geschäft, und man muss entschlossen handeln, um das Problem zu vermeiden/lösen.
Beispiel Hallstatt:
Die Bürger dieses einst ruhigen und charmanten Orts waren sicher überglücklich über die frühe Bekanntheit und die steigende Zahl von Touristen. Doch bevor sie sich der Folgen bewusst wurden, war es bereits zu spät. Der Ort wurde vom Massentourismus überrannt, und die Lebensqualität der Einwohner wurde nahezu unerträglich. Der Charme der Stadt begann zu schwinden!
Der Wunsch nach Wachstum, Ego und Erfolg machte die Verantwortlichen blind gegenüber den kommenden Herausforderungen und problemen.
„Einige“ Vorschläge zur Lösung des Problems:
- Einen starken Führungsstil etablieren: Eine gute Führungskraft, die konsequente Maßnahmen umsetzt, wird sicher von der Mehrheit der Bürger unterstützt.
- Begrenzung UND reduzieren von Parkplätzen: Es sollten nur so viele Autos einfahren dürfen, wie es Parkplätze gibt.
- Entfernung von Busparkplätzen: Reisebusse sollten keinen Zutritt mehr haben – ja, man muss entschlossen sein! In schwierigen Situationen sind drastische Maßnahmen notwendig. Es ist wie bei einer Fußmassage – zunächst schmerzt es noch mehr, bevor es besser wird. Aber die positiven Effekte und die Qualität werden bald spürbar sein.
- Begrenzung der Plätze für Transportmittel: Die Kapazität von Verkehrsmitteln vom Bahnhof gegenüber dem See und der Stadt sollte ebenfalls eingeschränkt werden.
- Masterplan für Unternehmen: Es sollte definiert werden, welche Art von Betrieben gewünscht ist, und eine kontrollierte Anzahl von „Slots“ für diese Unternehmen geschaffen werden.
- Planung von Hotelkapazitäten: Es sollte festgelegt werden, wie viele Hotelzimmer es maximum geben soll, welche Qualität/Kathegorie diese Zimmer haben und in welcher Preisklasse sie liegen. Der Anspruch sollte hoch sein – wie das Sprichwort sagt: „Wenn du ein Adler sein willst, flieg mit den Adlern und nicht mit den Hühnern!“ Ich hoffe, die Bedeutung dieser Aussage kommt an.
- Zielgerichtetes Marketing: Der Fokus sollte auf besonderen Zielgruppen liegen, wie z. B. Hochzeitsreisende, Jubiläumsurlauber und Gäste die einen besonderen Anlass feiern möchten. Verkauft Erinnerungen und Erlebnisse – hochwertige und einzigartige Angebote für Nischenmärkte.
Ich bin überzeugt, – auch ohne ausführliche Marketingforschung, dass diese Ansätze für Hallstatt funktionieren könnten. An anderen Problemstellen wären jedoch andere Strategien erforderlich – jede Destination hat eigene probleme und braucht einen individuellen Ansatz.
Im Moment sehe ich die Dolomiten als nächste potenzielle Übertourismus Problemzone!
Was denkt ihr dazu?
